Marco Liechti

PMO Director

Portfolio Management
11.10 – 11.40 Loft 2

Ein Ansatz für Lean Portfolio Management 🇩🇪 / 🇬🇧

Die Mobiliar ist seit anfangs 2017 in der Transition zu einem skalierten agilen Vorgehensmodell in Anlehnung an das Scaled Agile Framework (SAFe). Im Rahmen dieser Transition wurde auch die bisherige Steuerung des Projektportfolios durch ein Lean Portfolio Management (LPM) abgelöst. Die Präsentation zeigt, wie die Mechanismen des LPM bei der Mobiliar aufgebaut, und welche Erfahrungen dabei gemacht wurden.

Short Bio

Marco Liechti ist Elektroingenieur ETH und arbeitete acht Jahre in der Telekom-Industrie, u.a. als Software-Entwickler, bevor er als Projektleiter in die IT der Mobiliar-Versicherung gewechselt hat. Heute verantwortet er das Projektportfolio-Management der Mobiliar und damit auch die Transition hin zum agilen Projektportfolio.

Interview mit Marco

Du bist Elektroingenieur und hast als Software-Entwickler gearbeitet. Bist du schon vor deiner Zeit bei der Mobiliar mit Agile in Kontakt gekommen?
Ja, das bin ich, allerdings eher mit einem Vorläufer in der produzierenden Industrie. Ich war damals in den USA für einen Hersteller von Telekom-Equipment mit eigener Fabrikation tätig. Dort wurde gerade Lean Production eingeführt, und ich war Teil des ersten «Kaizen» Teams (Kaizen steht für Continuous Improvement) zur Verbesserung der Abläufe. Das war für mich ein ganz wichtiger Moment, und dort habe ich auch Kanban, das Pull-Prinizip und weitere Eckpfeiler von Agile kennengelernt.

Viele assoziieren die Mobiliar als erstes mit den witzigen Schadenskizzen aus der Werbekampagne. Arbeitest du auch im Portfoliomanagement viel visuell?
Auf die Schadenskizzen werde ich in der Tat oft angesprochen. Im Projektportfolio verwenden wir sie aber nicht (lacht). Wir arbeiten aber viel mit Visualisierungen. Wir machen damit unsere Arbeit und Ideen sichtbar. Vieles geschieht in digitalen Tools, ausgewählte Elemente gibt es aber auch „in Echt“, zum Beispiel an einer Wand. Die Diskussionen, die wir dort führen, sind sehr lebendig und energiegeladen. Ich schätze die sinnvolle Verbindung der analogen mit der digitalen Welt.

Die Mobiliar will in den nächsten 5 Jahren zusätzliche 250 Millionen Franken in Projekte investieren, wurde Mitte September bekannt gegeben. Könnt ihr das absorbieren, ihr seid ja mitten in der Umstellung der Methodik im Projektportfolio?
Wir arbeiten nun bereits über ein Jahr mit agilen Umsetzungsorganisationen in der Lösungsentwicklung und einer agilen Steuerung des Projektportfolios. Natürlich ist die erwähnte Vergrösserung des Projektportfolios eine grosse Herausforderung. Aber ich würde die Logik der Frage umkehren: Nicht trotz, sondern dank Agile sind wir erst in der Lage, so zu skalieren. Wir bauen einige neue Teams auf und suchen dafür noch Spezialisten. Ich freue mich darauf, mit ihnen die Aufgabe zu meistern.

Worum geht es bei deinem Referat an der Konferenz und wer kann davon profitieren?
In knapp 20 Minuten gebe ich meine Erkenntnisse weiter, was eine agile Projektportfolio-Steuerung ausmacht und schildere, wie wir sie bei der Mobiliar umgesetzt haben. Profitieren können Teilnehmende, welche sich mit moderner Projektportfolio-Steuerung beschäftigen. Oder solche, die Agile in der Projektumsetzung anwenden und auch die Steuerung agilisieren möchten. Für die kann unser Case sehr interessant sein.

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