The competitive advantage of cross functional teams by Robert Scherrer @SIX

Robert Scherrer

 

Herr Scherrer, in Ihrem Vortrag sprechen Sie vom Wettbewerbsvorteil von x-functional Teams. Was verstehen Sie darunter?

 

Die Organisation in funktionalen Silos funktioniert nur dann effizient, wenn man im vorneherein weiss, wie viel Arbeit bei welcher Funktion anfällt und die Grösse optimieren kann. In einem Produktionsprozess ist dies einigermassen realistisch.

Nun handelt es sich bei der Entwicklung von Software um einen integralen Bestandteil der Produktentwicklung, also einem Design- und nicht einem Produktionsprozess. Es geht nicht darum, einen bestehenden Plan immer und immer wieder genau gleich auszuführen. Eine Produktentwicklung ist jedes Mal ein neues Abenteuer, wobei ständig an einem anderen Ort Not am Mann ist, um alle Arbeit rechtzeitig erledigen zu können.

Genau hier setzt die funktionsübergreifende Arbeit an. Anstatt zu warten, bis die benachbarte Abteilung die «fertige» Vorarbeit über den Zaun wirft, helfen alle einander, das Gesamtziel zu erreichen.

 

Aus welchen Bereichen sollten die Team Mitglieder eines x-functional Teams kommen?

 

Idealerweise kommen alle Fähigkeiten zusammen, um die Aufgabe des Teams vollumfänglich zu erledigen. So kann sich das Team selbst organisieren, die Arbeiten untereinander aufteilen und so Übergaben und Engpässe vermeiden.

Für ein Produktteam in der IT sollten die Mitglieder folglich aus den Bereichen Produkt Management, Requirements Engineering, Software Entwicklung und Test sowie Betrieb und Support kommen.  Dies ermöglicht die optimale rollenübergreifende Zusammenarbeit. Der funktionale Tester unterstützt die Business-Analyse, welche die Erkenntnisse aus dem Betrieb von Anfang an berücksichtigt, der Produktmanager ist bei den Abnahmekriterien, neudeutsch «definition of done» dabei, etc.

In der Realität sind jedoch in der Regel Abstriche notwendig, wenn z.B. der Betrieb in eine andere Firma ausgelagert ist oder das Produktmanagement quer zu  den IT-Assets aufgestellt ist. Je enger die Kommunikation trotz solcher organisatorischen Grenzen ist, desto besser kann das Team funktionsübergreifend agieren.

 

Was sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen bei Teammitgliedern aus den verschiedensten Bereichen des Unternehmens?

 

Die grösste Herausforderung liegt  darin, dass die einzelnen Mitarbeiter sich (und damit ihren Job und ihre Jobsicherheit) nicht mehr über ihre Rolle sondern über ihre Kenntnisse und ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit definieren müssen. Die Aussage «Es braucht einen Requirement Engineer und ich habe diese Rolle inne.» ist so nicht mehr gültig. Neu muss es heissen: «Requirement Engineering ist wichtig, ich beherrsche diese Tätigkeit und leite meine Kollegen darin an.»

Während dem die Rolle einigermassen statisch ist oder sogar als Job-Titel mit dem Arbeitsvertrag definiert ist, muss ich meinen Status im Team laufend beweisen. Gleichzeitig erwartet mein Team, dass ich meine Kollegen weiterbringe, also alles daran Setze, meinen Vorsprung zu verkleinern. Dies klingt im ersten Moment beängstigend. Den Vorteil sehe ich in der täglichen, ehrlichen Anerkennung im Team, welche einem m.E. mehr Zufriedenheit bei der Arbeit gibt als eine gute Jahresendbeurteilung des Linienvorgesetzten.

 

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Vortrag von Robert Scherrer „The competitive advantage of cross functional DevOps teams“ am Agile Leadership Day 2017

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