Interview mit Daniel Teufer und Marcel Ursprung @Zürcher Kantonalbank

Daniel Teufer         Marcel Ursprung

 

Herr Teufer und Herr Ursprung, was war die grösste Herausforderung bei der Zusammenlegung der Fach und IT Bereiche?

 

Zum Erstaunen vieler, gab es bzgl. der Idee der engeren Zusammenarbeit zwischen Fach und IT keine Herausforderung. Im Gegenteil, diese Idee wurde sowohl von Entscheidern auf Seiten IT und Fach aktiv unterstützt. Die Herausforderungen entstanden eher in der Konkretisierung der Umsetzung. Z.B. entstand durch das neue Vorgehen (SCRUM) eine deutlich höhere Transparenz zum WAS und WIE im RtB bzw. CtB gemacht wird. Dies führte zu Fragen bzgl. Effizienz und Fähigkeiten der Teams. Zudem war ganz gewollt die Abgrenzung der Aufgaben zwischen Fach und IT mehrheitlich aufgelöst, was zu Unsicherheiten in den Zuständigkeiten führte. Klar ist auch, dass nach einer Zusammenführung von Fach und IT personelle Veränderungen im Team immer gleich auf beide Seiten wirken. Und somit blosses Betrachten von einer Seite aus nicht mehr möglich ist.

 

Gibt es eine ‚Schablonen Vorlage’, welche klassische Organisationen bei der Umwandlung in ein agiles Unternehmen nutzen können?

 

Es gibt keine Schablone. Vielmehr muss die Transformation individuell auf den vorliegenden Fall ausgerichtet sein. Das „Agile Manifest“ bzw. die agilen Methoden können als Grundlage für die Ausprägung von Rollen, Events oder Prozesse herangezogen werden. Aufgrund unserer Erfahrungen empfehlen wir das Bottom-up Vorgehen (d.h. von Fall zu Fall), was aber nicht ausschliesst, dass eine Top-down Strategie in Bezug auf die Agile Transformation formuliert ist. Insbesondere muss das „Being-Agile“ aus der Basis reifen, während das „Doing-Agile“ (Methodik) grundsätzlich verordnet und geübt werden kann.

 

Kann eine Bank ein rein agiles Unternehmen sein?

 

Aus unserer Sicht muss abgewogen werden, wo mit Agile wirklich gewinnbringende Vorteile erzeugt werden können. Wir erachten hierbei komplexe Aufgaben (Fokus „Können“) als idealere Voraussetzung, während komplizierte Sachverhalte (Fokus „Wissen“) auch traditioneller gelöst werden können. Abgesehen vom „Doing-Agile“ ist in jedem Fall „Being-Agile“ für die ganze Bank eine förderliche Haltung.

 
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Vortrag von Daniel Teufer und Marcel Ursprung „SAP der Zürcher Kantonalbank goes agile“ am Agile Leadership Day 2017

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